500 Jahre Kirchweih St.Annen
13. Januar 2016



Kein Geringerer als der spätere Kardinal Albrecht, damals schon Erzbischof von Magbeburg und Administrator von Halberstadt, dann auch Erzbischof von Mainz, weihte am 13. Januar 1516 den Chorraum unserer St. Annenkirche, der Kirche für die Berg- und Hüttenleute der Eisleber Neustadt. Auch Graf Albrecht IV. von Mansfeld Hinterort war anwesend. Dies war für Mitglieder des Berg- und Hüttenvereins und für Gemeindeglieder Anlass genug, sich an diesem Abend zu einer Andacht in der kalten Kirche einzufinden. Danach saßen wir noch im neu gestalteten Rinckart Saal des Klosters zusammen. Wir konnten die auf Pergament geschriebene Einweihungsurkunde von 1516 in lateinischer Sprache und die deutsche Übersetzung den interessierten Gästen zeigen. Auf der Urkunde werden der noch heute im Chorraum stehende Hochaltar und das kurz vor seiner Einweihung stehende benachbarte Augustiner-Eremiten-Kloster erwähnt. Erzbischof Albrecht teilt auf der Urkunde mit, dass er sich im 2. Jahr seines Pontifikats befindet und 26 Jahre alt ist. Seit dem Reichstag in Augsburg 1518 ist Albrecht Kardinal und in dieser Funktion der höchste kirchliche Würdenträger nach dem Papst im „Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation“. Er residierte überwiegend auf der Moritzburg in Halle/Saale, war dem Humanismus zugewandt, dann aber Gegner der Reformation. Sein Vater war der Kurfürst von Brandenburg aus dem Haus Hohenzollern, aus dem spätere deutsche Kaiser hervorgingen. Kardinal Abrecht ist 1490 in Cölln/Berlin geboren und 1545 in Mainz verstorben. Unser Augustiner-Eremiten-Kloster ist noch im selben Jahr am Fronleichnamstag 1516 in Anwesenheit von Martin Luther und Johann von Staupitz, Generalvikar des Augustiner-Eremiten-Ordens, geweiht. Beider Weihen werden wir im Rahmen des Kreiskirchentages vom 17. – 19. Juni 2016 gedenken, am 19. Juni um 10.00 Uhr gibt es in der Bergmannskirche einen Festgottesdienst mit unserer Landesbischöfin Frau Ilse Junkermann.
Dr. Joachim Rost

Benefizkonzert in der Annenkirche

Benefizkonzert

„Luther und die Nächstenliebe“ war das Thema eines Benefizkonzertes anlässlich des 532. Geburtstages von Martin Luther am 10. November in der St. Annenkirche. Es spielten das Rossini Quartett aus Magdeburg mit Undine Dreissig und Tilman Schneider. Organisiert hatten das Konzert der Landkreis Mansfeld Südharz und „Grenzgänger - Verein zur Förderung von Kunst in Kirche und Gesellschaft e. V.“. Es war ein ganz besonderer Abend. In der voll besetzten Kirche begeisterten die Musiker mit den kammermusikalischen Darbietungen das Publikum, wie auch Kammersängerin Undine Dreissig (Mezzosopran) mit dem Santa Maria von Pietro Mascagni und dem Ave Maria von Charles Camille Saint-Saëns und mit Rezitationen neutestamentlicher Texte zum Thema Nächstenliebe. Das Besondere an diesem Abend waren Gäste, Flüchtlinge aus Ländern, in denen wegen Krieg und Verfolgung ein derartiger Konzertabend nicht möglich ist. Und dann ein Finale, mit dem keiner gerechnet hatte: 3 afrikanische Flüchtlinge aus Burkina Faso, die den Weg über das Mittelmeer nach Europa geschafft hatten, spielten auf Trommeln, Bongos. Mit ihren Klängen nahmen sie das Publikum mit und auch das Rossini Quartett stimmte ein.

Benefizkonzert

Ich denke die Besucher haben die Kirche mit dem Gedanken verlassen - so kann Nächstenliebe gelingen.
Dr. Joachim Rost

Thementag: Frauen der Reformation

Am 5. September 2015 trafen sich in der Annenkirche in Lutherstadt Eisleben ca. 60 Frauen und Männer aus der evangelischen Kirche Mitteldeutschlands zu einem Thementag „Frauen der Reformation“. Auch 8 Frauen eines deutschschwedischen Begegnungsseminars wurden hierzu sehr herzlich begrüßt.

Thementag_Frauen der Reformation

Im Mittelpunkt des Seminars stand die Gräfin Margareta von Mansfeld- Hinterort. Sie war eine entschiedene Protestantin, hat sich sehr für den Weiterbau und die Fertigstellung der Annenkirche, die von ihrem Schwiegervater Graf Albrecht Anfang des 16. Jh. gestiftet wurde, engagiert. Auch Bildung und Glauben für ihre Untertanen waren ihr sehr wichtig, sie gründete eine Schule in der Eisleber Neustadt. Ihr haben wir auch die wertvolle im mitteldeutschen Raum einzigartige Steinbilderbibel zu verdanken. Zu verschiedenen Bildern des Alten Testaments gab es in Workshops viel Interessantes zu erfahren und zu diskutieren. Andere Themen wie „Wie lerne ich glauben?“, „Glauben ins Bild setzen“, „Gebildet-welche Bilder prägen mein Lebens- und Glaubensbild?“wurden angeboten und sehr interessiert angenommen. Es war ein sehr interessanter Tag im Themenjahr Bibel und Bild, für den wir uns bei den Veranstaltern und allen Mitwirkenden sehr herzlich bedanken.
Bärbel Kettner

30 Jahre Partnerschaft Christuskirche Mainz- St. Annen Lutherstadt Eisleben

Am Trinitatiswochenende trafen wir uns im erstklassig renovierten Martin- Niemöller-Haus der EKHN (Evangelische Kirche Hessen und Nassau) in Arnoldshain/ Taunus. Thema unseres Wiedersehens war Rückblick und Zukunft der dreißigjährigen Partnerschaft unserer Gemeinden. Frau Irmela Teuffel aus Mainz reiste anlässlich des Lutherjubiläums 1983 in die Lutherstadt. Bis 1989 war es sehr schwierig, die Einreiseerlaubnis in die DDR zu erhalten, ihre Reisen waren strapaziös, und ihr Bericht berührte uns tief. Als Pfarrer Teutsch in Annen über seine Israelreise berichtete, kam einem das vor wie eine unerreichbare Fahrt zum Mond! Das ist Vergangenheit, Gott sei Dank!

Partnergemeinde in Mainz

Immer noch werden unsere jährlichen Treffen von Frau Teuffel und Frau Ilse Jacob organisiert. Die umfangreichen Vorbereitungen lagen stets in den Händen dieser unermüdlichen Frauen, unterstützt von den jeweiligen Pfarrern und ihren Ehefrauen. Seitdem verbindet beide Familien eine enge Freundschaft. Nach der Grenzöffnung haben sich Gemeindeglieder eingehender bekannt machen können; dankbar erinnern wir uns, dass die gravierenden Umwälzungen nicht zu einem Abbruch der Verbindungen geführt haben wie bei anderen Kirchengemeinden. Jährlich trafen wir uns an einem Wochenende entweder in Mainz und Umgebung oder im Mansfelder Land. Thematisch wurde gearbeitet über das Abendmahl, das jüdische Leben in der Neuen Synagoge Mainz, über Gottesdienst und Innovation- um nur einige zu nennen. Obwohl sich die Reihen alters- und krankheitsbedingt lichten, freuen wir uns, dass sich Jugendliche für die Partnerschaft interessieren, an den Treffen mit uns "Alten" teilnehmen und wieder gern nach Eisleben kommen wollen. Auch dieses Mal gab es gutes Essen und Hessenwein, viele Gespräche, eine Wanderung auf den Pferdskopf bei Treisberg und den Feldberg, Andachten von Frau Teuffel, einen Gottesdienst und Herr Hahnefelds großartige Fotoschau aus 30 Jahren. Das weckte wiederum zahlreiche Erinnerungen bei uns Eisleber Annenleuten und den Mainzerinnen und Mainzern. Wir freuen uns auf 2014, das Zeitpunkt muss bald festgelegt werden!
Annegret Rost



Benefizkonzert für St. Annen Lutherstadt Eisleben


Georg Kutzke, der vor 50 Jahren verstorbene Architekt (1885-1962)

Gedenkstein von Georg Kutzke

hat die infolge erheblicher Bergbauschäden einsturzgefährdete St.Annenkirche vor über 100 Jahren gerettet, sowie in St. Andreas und dem Alten Friedhof gewirkt. Interessantes trug dazu Herr Peter Lindner, Eisleber Heimatforscher, am Sonnabend, 25.August 2012 vor. Schriften und Zeichnungen Georg Kutzkes wurden ausgestellt, wozu es viele angeregte Gespräche vor und nach dem Benefizkonzert gab. Der die Kanzel tragende Mose muss saniert werden. Seit einem Jahr dienen Holzgerüste und Bänder der Notsicherung. Drei Solisten waren zu einem Benefizkonzert angereist, es erklangen Werke von J.S. Bach, Johann Gottfried Walther und G. F. Händel. Die Sopranistin Annika Gerhards erhielt beim Wettbewerb "Jugend musiziert" zweimal den Händel-Preis der Stadt Karlsruhe. Diese hoffnungsvolle junge Künstlerin begeisterte die Konzertbesucher! Beglückend auch Walter Forchert, Violine und Helmut Wolf an der Orgel. Walter Forchert, ein Enkel des Eisleber Altertumforschers und Architekten Georg Kutzke, wurde Konzertmeister beim Symphonischen Orchester Berlin und Konzertmeister der Bamberger Symphoniker. Er bekleidet u.a. eine Violin-Professur an der Frankfurter Musikhoch schule. Helmut Wolf ist Kirchenmusiker und Kapellmeister, er war bis 2004 Professor für Orchesterleitung an der Musikhochschule Stuttgart und leitete bis 2001 den Philharmonia Chor Stuttgart. Zahlreiche Funk- und CD-Aufnahmen sind zu verzeichnen. Die Annengemeinde ist den Künstlern sehr dankbar für dieses Konzert zugunsten der anstehenden Sanierungen und dankbar für den erfreulichen Nachmittag.

Annegret Rost

Französischer Harfen-Virtuose verzauberte das Publikum Benefizkonzert für die Restaurierung der St. Annen-Kirche (Grundton D - Deutschlandfunk, Deutsche Stiftung Denkmalschutz)

Welch ein herrlicher ästhetischer Anblick. Schlicht erhöht auf ein grünes Tuch drapiert stand die wunderschöne wie in Gold getauchte Konzertharfe dominant im Chorraum vor dem historischen Marien-Altar. Der einmalig ergreifend schöne Klang und auch die Tatsche, dass das große gezupfte Seiteninstrument nicht oft als Soloinstrument zu hören ist, waren wohl auch Gründe, dass zahlreiche Besucher in der Bergmannskirche St. Annen begrüßt werden konnten, um sie im Ensemble des 10-köpfigen Kammerorchesters Orchesters "l` arte del mondo\" zu hören. Die Deutsche Stiftung Denkmalsschutz veranstaltet seit Jahren im Rahmen der Konzertreihe "Grundton D" außergewöhnliche Konzerte mit erlesener Literatur, Solisten und Musikensembles, deren Erlös dem örtlichen Denkmalschutz zugute kommt. So war das Eisleber Konzert schon etwas ganz Besonderes, was den Zuhörern geboten wurde. Konzerte für Solo-Harfe und Orchester sind nicht alltägliche Kost und eine Spezies für Liebhaber dieser Musikart. Der aus Köln stammende Dirigent Werner Ehrhardt gründete 2004 das sich aus Mitgliedern verschiedner Nationen zusammensetzende Kammermusikorchester, mit dem er ständig weltweit unterwegs ist und bei internationalen Wettbewerben große Erfolge erringen konnte. Gegenwärtig konzertiert das Kammerorchester mit dem hochbegabten Harfen-Talent, dem in Frankreich geborenen Xavier de Maistre. Der national und international bekannte und gefragte Harfenist gastiert regelmäßig mit den weltbesten Orchestern in Deutschland und Übersee. Als berufener Professor unterrichtet er seit 2005 in Meisterkursen Hochbegabte an der Musikhochschule in Hamburg. Für das Eisleber Konzert stand exzellente Literatur vorwiegend aus der Zeit der Romantik zur Disposition. Orchestral der Programmeinstieg mit Antonio Vivaldis Ouvertüre zur Oper "l'Olimpiade. Mit Esprit und unglaublicher sauberer Intonation vereinten sich die 10 Instrumentalisten zu einem überzeugenden Wohlklang. Das war ein herrliches Entree für den ersten Auftritt des Harfenisten. "La Mandoline-Grande Fantaisie nannte der englische Harfenist und Komponist Elias Parish Alvars seine Komposition für Harfe und Orchester. De Maistres erster Auftritt war grandios. Mit Zartgefühl, Stimmigkeit und mit verzauberten Tönen ließ er auf der Harfe die Mandoline mit solchen unnachahmlichen nachhaltigen Tönen erklingen, dass man vermeinte, der Maestro spielt nicht die Harfe, sondern eine kleine Mandoline. Mit tief zu Herzen gehender Emotion verzauberte de Maistre mit Antonio Vivaldis "Largo" aus seinem Violinenkonzert G-Dur die Zuhörer. Von Stefan Klieme für Harfe bearbeitet, lieferte er de Maistre ein Galawerk für seine brillante technische Virtuosität, mit der er dem anmutigen langsamen Melodienreigen tiefen berührenden Ausdruck verlieh. Vivaldis Tonfolgen in seinem Konzert in h-Moll "Der Winter" sind unvergleichliche geniale musikalische Einfälle. Wie aber de Maistre den Winter-Stimmungsbildern wie dem fallenden Schnee, dem Schneesturm, den tänzelnden Schneeflocken und dem nahenden Frühling auf der Harfe in Korrespondenz mit dem Streichensemble im "Allegro molto" und "Largo" schnelle, lebhafte und befriedende Töne zu entlocken vermochte, ist seinem grandiosen Können und seinem so leicht anmutenden Spiel zuzuschreiben. Er zauberte aus jedem Thema, Noten und Tempis tief nachzuempfindende Musik. Nicht enden wollender Beifall und Bravorufe bewirkten zwei Zugaben. Unglaublich schön die musikalische Umschreibung des deutschen Volksliedes "Mein Hut der hat drei Ecken" . Da der Beifall nicht enden wollte spielte de Maistre noch die weltbekannte italienische Tonschöpfung von Remo Giazotto nach Albinoni das "Adagio G moll". Das war seelische Verführung: Harfenmusik wie von einem anderen Stern als Stimme des Himmels gespielt. Vor Ergriffenheit herrschte danach sekundenlange Ruhe in der Kirche bis lang anhaltender herzlicher Beifall einsetzte und Dr. Joachim Rost vom Gemeindekirchenrat das Wort ergriff und gerührt mit Blick auf die alttestamerntlichen Szenen der Steinbilderbibel im Chorraum von St. Annen de Maistre mit dem biblischen David verglich. David begeisterte mit der göttlichen Stimme seiner Harfe den schwermütigen König Saul, de Maistre mit dem Klang seiner Harfe das Eisleber Publikum. Dem schlossen sich auch die Eisleber Eheleute Ramona und Frank Bolze an, die über einstimmend meinten: Das heute war ein Erlebnis und musikalischer Hochgenuss, wie man ihn selten erlebt. Von den Musizierenden ging eine Welle der Harmonie auf uns als Publikum über, das war einmalig schön.

Von Gudrun Riedel



Treffen mit der Christusgemeinde in Mainz


Das alljährliche Treffen mit der Christusgemeinde fand Ende September in Mainz statt. Sehr dankbar sind wir für die fast 30jährige Gemeindepartnerschaft, an deren Bestehen Frau Teuffel aus Mainz und Frau Jacob aus der Lutherstadt Eisleben großen Anteil haben, was große Anerkennung verdient. Wir erfuhren während einer umfangreichen Führung durch einen jungen Gottesdienste Dezember 2011 - Januar 2012 Mainzer aus der Christusgemeinde, der selbst an den Ausgrabungen beteiligt war, u. a. von der Gründung des römischen Militärlagers Mogontiacum (Mainz) um 13/12 v. Chr., der ehemaligen Hauptstadt der römischen Provinz Germania superior (Obergermanien). Direkt neben dem Bahnhof "Römisches Theater " wurde das beeindruckende Theater, das in den letzten Jahren freigelegt wurde, von uns besichtigt. Es fasste 10.000 Menschen bei einer Bühnenbreite von 42 m und einem Durchmesser von 116 m. Ein Gang durch die gewaltigen unterirdischen Teile der Mainzer Zitadelle mit deren beängstigenden, bis in den 2. Weltkrieg reichenden Geschichte schloss sich an. Die Christusgemeinde pflegt gute Verbindung zu der Jüdischen Gemeinde Mainz. Diese ist religiöses, kulturelles und soziales jüdisches Zentrum für Mainz, Worms und Rheinhessen. Eine neue Synagoge, in sehr moderner Architektur errichtet, wurde 2010 eingeweiht. Wir waren zur Schabatfeier eingeladen und zum Schabatmahl; diese Speisen wurden in einer koscheren Küche zubereitet. Der gemeinsame Gottesdienst in der Christuskirche, der Gedankenaustausch über unsere Gemeinden, viele persönliche Gespräche bei den abendlichen Begegnungen, bei gutem Essen und gutem Wein sind Anlass, unseren Gastgebern sehr herzlich zu danken. Wir freuen uns auf das Wiedersehen 2012 in St. Annen. Anne Margaret Rost

vor der neuen Synagoge




1511 - 2011

Impressionen zu den Festtagen 500 Jahre Eisleber Neustadt
um die St. Annen Kirche




Die Eisleber Neustadt und St. Annen waren Gastgeber

Vom 24.- 26. Juni boten die St. Annenkirche mit Kloster und Kirchplatz die Kulisse für die 500 - Jahrfeier der Eisleber Neustadt.
Der Freitagabend war der Jugend vorbehalten. Vom französischen Kulturattaché und unserer Oberbürgermeisterin Jutta Fischer wurde die Bühne für die Féte de la Music freigegeben. Vom "Doppelquartett" des Martin-Luther-Gymnasiums über Linedance und Rockmusik war für jeden Geschmack etwas dabei.
Der Samstag stand im Zeichen einer regionalgeschichtlichen Tagung, vorbereitet vom Landesheimatbund. Wir erfuhren viel Neues über die Eisleber Neustadt, die Annenkirche und die jüngste Bauforschung am angrenzenden Augustiner-Eremiten-Kloster. Danach können wir jetzt mit Sicherheit sagen, ja, es gab einen Kreuzgang und er befand sich an der Westseite des Klostergebäudes, von der Gartenseite und im Rinckartsaal noch gut zu sehen. Und die Holzbalkendecken im ersten Obergeschoß stammen zweifellos aus der Gründungszeit des Klosters 1515/1516. Ebenfalls sicher ist, dass Luther als Distriktsvikar das Kloster visitiert und zu Fronleichnam 1516 an der Prozession teilgenommen hat. Damit ist nun klar, daß Kloster und Chorraum von St. Annen zu den authentischen Lutherorten in unserer Stadt gehören. An die Vorträge schloss sich eine Führung über den Breiten Weg an, bei der die ehemalige "Einkaufsmeile" der Neustadt noch einmal lebendig wurde.
"Nun danket alle Gott" von Martin Rinckart, war Titel des abendlichen Festkonzertes in der vollbesetzten Kirche. Solisten und Chor sowie das Mitteldeutsche Kammerorchester überzeugten mit einer beeindruckenden Leistung.
Den Höhepunkt der Feierlichkeiten bildete der Festgottesdienst am Sonntag. Etwa 100 Mitglieder der Bergbau-, Hütten- und Knappen- vereine zogen in ihren historischen Uniformen durch die Neustadt zum Gottesdienst in die Bergmannskirche ein. Nach einem Grußwort des stellvertretenden Ministerpräsidenten Jens Bullerjahn feierten wir den Gottesdienst mit unserer Landesbischöfin Ilse Junkermann. Sie ging in ihrer Predigt auch auf das Verhältnis von Alt- und Neustadt und die bergmännische Tradition in der Annenkirche ein. Den Abschluss des Sonntags bildete dann ein Kirchplatz-Fest mit fröhlichem Schmaus. Bei wieder sommerlichem Wetter saßen wir mit Musik und Gesang noch bis in die Abendstunden. Ohne die vielen Kuchen und Salatspenden sowie den unermüdlichen Einsatz von Ehrenamtlichen in diesen Tagen hätten wir kein so schönes Fest feiern können.

Allen möchten wir ganz, ganz herzlich danken. Ein großes Dankeschön geht auch an die Stadt Eisleben, vertreten durch die Oberbürgermeisterin und die Kulturamtsleiterin, sowie an den Verein der Berg- und Hüttenleute, die die Festtage umsichtig vorbereitet haben. Lassen Sie sich schon heute zum 500. Jahrestag der Kirchweih im Jahre 2016 einladen.

Dr. Joachim Rost