perspektiventwicklung in st. annen

Von Freitag dem 25.02.05 bis zum Samstag dem 26.02.05 fand in der St. Annengemeinde die Perspektiventwicklung mit 22 Gemeindemitgliedern statt. Es handelt sich um eine Beratungsmethode, die in den evangelischen Kirchen im Rheinland und in Westfalen entwickelt wurde. In St. Annen moderierte Pfr. Kuno Klinkenberg vom Amt für missionarische Dienste in Westfalen.
Die Tagung dauerte von Freitag, 18:00 Uhr, bis Samstag 18:00 Uhr. In dieser Zeit waren 9½ Arbeitsstunden geplant. Der Moderator stellte die Aufgaben und gab genaue Zeiteinteilungen vor, sodass alles geschafft werden konnte. Für seine professionelle Moderation herzlichen Dank! Geschrieben von: Hauke Meinhold


absicht und ergebnis

Am Ende der Veranstaltung steht ein Leitsatz, der besagt, was die St. Annengemeinde 2010 als christliche Gemeinde erkennbar macht, und wozu sie da sein soll:

Unsere Gemeinde ist eine aktive und offene Gemeinschaft für jeden. Wir setzen unsere Gaben und Kräfte ein, damit christliches Leben für uns und andere erlebbar wird.
Menschen kommen dazu.

Wir haben uns damit ein Ziel gesetzt. Außerdem wurden Maßnahmen geplant, um diesem Ziel auf die Spur zu kommen. Hoffentlich werden wir mit diesen Planungen gut zurecht kommen.
Der eigentliche Gewinn ist einige Wochen nach der Perspektiventwicklung schon spürbar:

1. analyse

Der 1. Schritt bestand in einer Analyse, wie die St. Annengemeinde erlebt wird. Allein und in kleinen Gruppen wurden Metaphern gesucht und diskutiert, die unsere Gemeinde zur Zeit beschreiben. Ein Bild war beispielsweise: Unsere Gemeinde ist wie ein Baum, der in der Prärie steht. Er hat Blätter und Früchte, aber die Bedingungen sind karg und ungünstig. Es stellt sich die Frage: Wie müssen wir diesen Baum pflegen?
Anschließend wurden die Gemeinsamkeiten der Bilder herausgesucht:

Die Gemeinde
- ist alt/ gereift
- hat einn Kernbestand
- hat eine klare Mitte
- wächst, aber zu wenig
- lebt unter schwierigen äußeren Bedingungen
- Es gibt Zusammengehörigkeit
- Die Jugend fehlt.
- Es gibt wenig Bewegung, vieles ist auf einen Ort festgelegt.

2. bibeltext

Als Nächstes wurde überlegt, welcher Bibeltext die St. Annengemeinde nach vorn bringt. Jede und jeder konnte einen Text vorschlagen. Anschließend wurde abgestimmt. Schließlich gab es eine Stichwahl, bei der 1. Kor 12, 4-6.12, mit 11 zu 10 Stimmen die knappe Mehrheit erhielt.
1. Kor 12, 4-6.12:
Es sind verschiedene Gaben; aber es ist ein Geist. Und es sind verschiedene Ämter; aber es ist ein Herr. Und es sind verschiedene Kräfte; aber es ist ein Gott, der da wirkt alles in allen. Denn wie der Leib einer ist und doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obwohl sie viele sind, doch ein Leib sind: so auch Christus.

3. wünsche für die gemeinde

Am Samstag sollten sich die Teilnehmenden die Gemeinde im Jahr 2010 vorstellen, wenn alle Wünsche sich erfüllt hätten. Anschließend konnte jeder seinen wichtigsten Wunsch für die Gemeinde 2010 aufschreiben.
Ähnliche Wünsche wurden zusammengefasst. Es ergaben sich folgende Wunschgruppen, über deren Reihefolge abgestimmt wurde, wobei jeder 3 Stimmen hatte.

  • Öffnung nach außen (17 Stimmen)
  • Altersübergreifende Gemeinschaft (14 Stimmen)
  • Erhalt der Pfarrstelle (13 Stimmen)
  • Zielgruppe Jugend und Kinder (11 Stimmen)
  • Kirchenbau (7 Stimmen)
  • Gottesdienst (4 Stimmen)

4. leitsatz

Anschließend wurde der Leitsatz erarbeitet, wobei kleine Gruppen gebildet wurden, die sich dann zu immer größeren Gruppen zusammenschlossen, bis sich im Plenum schließlich 2 Gruppen mit 2 Leitsätzen zusammen fanden.

Gruppe I:
2010 ist die St. Annengemeinde eine offene und aktive Gemeinschaft aller Alters- und Sozialen Gruppen. Wir
wollen den Glauben leben und nach außen weitertragen, so dass Menschen dazu kommen.
Gruppe II:
Unsere Gemeinde ist eine aktive, offene, stabile Gemeinschaft und Begegnungsstätte. Wir vereinen unsere Gaben
und Kräfte und machen christliches Leben erlebbar.

Die Gemeinsamkeiten der Sätze wurden herausgearbeitet:

  • offen
  • aktiv
  • Gemeinschaft
  • Glauben leben / christl. Leben
  • Erlebbar/ weitertragen
Beide Entwürfe wurden zu einem Leitsatz zusammen gefügt:

Leitsatz der St. Annengemeinde
Unsere Gemeinde ist eine aktive und offene Gemeinschaft für jeden. Wir setzen unsere Gaben und Kräfte ein, damit
christliches Leben für uns und andere erlebbar wird. Menschen kommen dazu.

 

5. maßnahmen

Als 5. Schritt wurden Ideen für Maßnahmen für die nächste Zeit gesammelt. Es wurden 5 Gruppen gebildet, die jeweils 3 Maßnahmen vorschlagen durften.
Dann wurden sie nach Dringlichkeit und Machbarkeit bewertet. Es wurden Initiativgruppen gebildet, um einige der dringlichsten und machbarsten Ideen zu planen. Für folgende Maßnahmen wurde eine Projektplanung erarbeitet (mit Ziel, Schritten, Termin, Verantwortlichen):

  • Lenkungsgruppe (Gehört zur Nacharbeit der Perspektiventwicklung. Stand nicht zur Abstimmung)
  • Glaubens-/Bibelkurs ( 38)
  • Festliche Höhepunkte ( 36)
  • Mitarbeitergewinnung ( 33)

Abschließend war sich die Gruppe einig und es wurde noch einmal verdeutlicht, dass man auch den Mut haben sollte, Projekte, die nicht richtig laufen, einzustellen. Einige waren doch skeptisch und überrascht von den konkreten Ergebnissen. Wenn wir die Planungen verwirklichen können, dann kommen wir der Öffnung unserer Gemeinschaft näher.

 

6. auswertungstreffen

Am 15.10.05 soll ein Treffen mit möglichst 30 - 40 Personen stattfinden, um den Prozess auszuwerten, neue Projekte zu beginnen und um eine Zwischenbilanz zu ziehen.